Derivate einfach erklärt

Derivate sind einfach erklärt, wenn man weiß, dass es sich um eine Art Wette handelt, wie sich der Preis oder der Wert bestimmter zugrunde liegender Basiswerte in der Zukunft entwickelt. Da niemand die Zukunft genau vorhersagen kann, handelt es sich bei diesen Finanzinstrumenten um sehr spekulative Anlageformen, die nicht für jeden Anleger geeignet sind. Ein erfahrener Investor kann mit dieser Art von Termingeschäften viel Geld verdienen, er muss sich aber auch bewusst sein, dass er dabei auch Verluste erleiden kann.Derivate werden vor allem von institutionellen Anlegern oder von den Managern von Investmentfonds genutzt, um das vorhanden Vermögen abzusichern, um durch Spekulationen Gewinne zu erzielen oder um durch das Ausnutzen der Differenz zwischen Kaufpreis und Verkaufspreis einer Ware auf unterschiedlichen Märkten einen kurzfristigen Gewinn zu erzielen. Bei einem Derivat muss der Anleger den zukünftigen Preis eines Basiswertes möglichst genau einschätzen können. Die Basiswerte können zum Beispiel Rohstoffe, Lebensmittel oder andere Handelsgüter sein, es kann ­sich aber auch um Aktien, Anleihen, Zertifikate oder andere Wertpapiere handeln oder es wird auf die zukünftige Entwicklung von Zinssätzen oder der wirtschaftlichen Entwicklung eines Staates gewettet. Bei Abschluss eines Finanztermingeschäfts vereinbaren die beiden Vertragsparteien, zu einem zukünftigen Termin den Basiswert zu kaufen, zu tauschen, zu verkaufen oder einen Wertausgleich für die Kursdifferenzen zu zahlen. Der Handel solcher Termingeschäfte kann sowohl an der Börse als auch außerbörslich stattfinden.Termingeschäfte können in verschiedene Kategorien eingeteilt werden. Zum einen gibt es die Form, dass bei Fälligkeit des Vertrages die vereinbarte Ware von der einen Vertragspartei an den anderen Vertragspartner übergeben werden muss. Wenn der Vertrag an einer Terminbörse abgeschlossen wurde, handelt es sich um sogenannte Forwards. Fand dagegen der Vertragsabschluss außerbörslich statt, nennt man sie Futures. Eine andere Form von Derivaten sind Optionsscheine. Bei einem Optionsschein hat eine Vertragspartei die Wahl, ob sie die Option ausübt und bei Fälligkeit den vereinbarten Basiswert kauft beziehungsweise verkauft, oder ob die Option verfallen soll. Eine weitere Form von Derivaten sind sogenannte Swaps. Bei einem Swap vereinbaren die beiden Vertragsparteien, zu einem zukünftigen Termin Zahlungsströme zu tauschen. Da es sich bei Swapgeschäften immer um große Zahlungsmengen handelt, sind sie für private Investoren nicht geeignet.