Long Straddle

Beim Kauf eines Straddle, auch Long Straddle genannt, liegt die Erwartung von höheren Kursschwankungen zugrunde. Beispiele dafür wären anstehende Zinssenkungen bzw. Zinserhöhungen oder auch anstehende Quartalszahlen eines Unternehmens. Geht nun der Anleger von stärkeren Kursschwankungen aus, ohne jedoch einschätzen zu können, ob die Kurse fallen oder steigen, bietet sich der Kauf eines Straddle an. Bei dieser Strategie werden ein Call sowie ein Put mit gleichem Basispreis gekauft.

Beispiel:
Aktueller Aktienkurs der Musterfirma AG: 100 Euro
Kauf Call – Basispreis 100 Euro – Optionsprämie 5 Euro
Kauf Put – Basispreis 100 Euro – Optionsprämie 3 Euro.

Der Käufer zahlt zwei Optionsprämien. In unserem Beispiel wird eine Optionsprämie von insgesamt 8 Euro (5 Euro + 3 Euro) aufgewendet.

Der Käufer des Long Straddle erzielt einen Gewinn, wenn die Kursschwankung der Musterfirma AG mindestens so stark ist, dass die gezahlte Optionsprämie verdient wird. Das ist der Fall, wenn der innere Wert einer der beiden Optionen mindestens so hoch ist, wie die gesamte gezahlte Optionsprämie. Der Call unseres Beispiels erreicht einen inneren Wert von 8 Euro bei einem Kurs der Musterfirma AG von 108 Euro. Der Put unseres Beispiels erreicht einen inneren Wert von 8 Euro, wenn der Aktienkurs der Musterfirma AG bei 92 Euro liegt. Entwickelt sich also der Aktienkurs entweder über 108 Euro oder unter 92 Euro, so erzielt der Käufer eines Straddle einen Gewinn.

Der maximale Gewinn ist grundsätzlich nicht beschränkt.

Der maximal mögliche Verlust besteht aus der gezahlten Optionsprämie. In unserem Beispiel wären das 8 Euro. Der Verlust tritt jedoch in voller Höhe nur ein, wenn am Verfallstag der Option der Basispreis gleich dem Aktienkurs ist. In diesem Fall besitzt keine der beiden Optionen einen inneren Wert. Sobald aber der Aktienkurs ungleich dem Basispreis ist, besitzt entweder der Call oder der Put einen inneren Wert, so dass der maximal mögliche Verlust um den Betrag des inneren Wertes reduziert wird.