Optionsscheine

Was versteht man unter dem Begriff Optionsscheine? Diese Frage sollten sich Anleger stellen, die mit einem relativ geringen Einsatz vergleichsweise hohe Gewinne erzielen wollen. Allerdings sollte man sich von vornherein darüber bewusst sein, dass bei derartigen Papieren auch ein hohes Risiko besteht, im schlimmsten Fall kann man sogar das gesamte eingesetzte Kapital verlieren.

Optionsscheine werden auch mit dem englischen Begriff Warrants bezeichnet. Dabei handelt es sich um verbriefte Optionen, die als Wertpapiere zum Beispiel an einer Börse gekauft und verkauft werden können. Anders als bei klassischen Optionen ist es jedoch ebenfalls möglich, Optionsscheine als Retail-Produkte über Banken oder andere Finanzdienstleister zu vertreiben. Genau wie bei Aktien oder Fondsanteilen ist der Kauf kleiner Mengen möglich, diese können über die Wertpapierkennnummer (WKN) geordert werden. Zugang zu einer speziellen Terminbörse benötigt man als Anleger hingegen nicht.

Zwar gibt es verschiedene Varianten von Optionsscheinen, grundsätzlich verbriefen sie jedoch immer das Recht, einen bestimmten Basiswert (zum Beispiel Aktien oder Anleihen) zu einem vorab festgelegten Preis zu kaufen (Call) oder zu verkaufen (Put). Der Kauf muss entweder innerhalb einer bestimmten Frist (amerikanische Option) oder am Ende dieser Frist (europäische Option) erfolgen.

Der Emittent, der die Option herausgibt, ist der so genannte Stillhalter, er kauft oder verkauft die entsprechenden Papiere vom Inhaber des Optionsscheins. Als spezielle Kategorie innerhalb der Derivate sind Optionsscheine mit einem relativ hohen Risiko verbunden. Für Banken, die diese Papiere verkaufen, gelten daher spezielle Informationspflichten gegenüber ihren Kunden.

Die Ausgabe von Optionsscheinen kann auf unterschiedliche Art und Weise erfolgen. Einerseits ist es möglich, dass sie als Optionsanleihen gelten, bei denen sie sich in der Regel auf die Anteile des emittierenden Unternehmens beziehen. Eine andere Alternative sind die so genannten „nackten Optionsschein“. Dabei kommt es, anders als bei Optionsanleihen, nicht zu einer Kapitalerhöhung. Vielmehr hat der Emittent die in der Option bezeichneten Papiere bereits im Depot und kann diese Wertpapiere einsetzen, um die Call-Option zu erfüllen.

Im Gegensatz zu derartigen „Covered Warrants“ können nackte Optionsscheine auch ausgegeben werden, ohne dass der Emittent die entsprechenden Papiere im eigenen Depot hat. Diese Zertifikate können jederzeit über die Börse oder den Emittenten selbst ge- und verkauft werden. Auf diese Weise stellt der Herausgeber sicher, dass der Markt ständig liquide ist, Besitzer von Optionsscheinen müssen sich also keine Sorgen darüber machen, ob sie diese Papiere zu Geld machen können.

Darüber hinaus gibt es eine ganze Reihe deutlich komplizierterer Konstruktionen. Mit derartigen Papieren kann man als Anleger zum Beispiel auf die Schwankungsbreite des DAX oder eines anderen Aktienindex setzen, aber auch auf die Entwicklung von Preisen für Rohstoffe oder andere Dinge.