Garantiezertifikate

Das Garantiezertifikat ist das von Privatanlegern am meisten nachgefragte Wertpapier. Denn es hat eine von vielen geschätzte Eigenschaft: Es garantiert die Auszahlung des eingesetzten Kapitals bei Fälligkeit und weist teilweise eine feste Verzinsung auf.

Sicherheit ist besonders in Krisenzeiten gefragt, deshalb gibt es auf dem Markt eine riesengroße Auswahl an Garantiezertifikaten. Basiswerte können Aktien, Rohstoffe, Zinssätze, Indizes, Währungen oder Körbe und Relationen zwischen verschiedenen Finanzinstrumenten sein. Die Höhe der Garantie und der Basispreis des Zertifikates werden erst bei Emission festgelegt. Sie richten sich nach seinen Bestandteilen. Ein Garantiezertifikat wird mit Hilfe zweier Produkte gebildet: einer Nullkupon-Anleihe und Optionen. Der größte Teil der Gelder fließt in die Anleihe. Diese notiert beim Kauf durch den Emittenten normalerweise weit unter 100 Prozent und deckt durch ihre garantierte Rückzahlung am Laufzeitende, das mit der Fälligkeit des Zertifikates korrespondiert, die versprochene Kapitalauszahlung ab. Der börsentägliche Kurs des Zertifikates hängt somit größtenteils von der Entwicklung der Zinsen ab. Mit dem Rest des Geldes werden Optionen erworben, mit denen eine positive Wertentwicklung der(s) Basiswerte(s) verstärkt wird. Je niedriger das Zinsniveau, desto höher liegt der Kurs der Nullkupon-Anleihe und umso mehr kostet die Sicherheit. Bleibt nur wenig Geld für Optionsscheine übrig, ist die Teilhabe am Gewinn für den Anleger sehr limitiert. Garantiezertifikate weisen ein begrenztes Gewinnpotential auf, das sich in der Partizipationsrate ausdrückt.

Trotz der Garantie gehören diese Zertifikate zur Anlagegattung der Derivate. Das heißt, sie beinhalten Risiken wie das Kursrisiko bei vorfristigem Verkauf und das Emittentenrisiko. Geht der Herausgeber des Wertpapiers Pleite, ist das Geld des Anlegers verloren. Zertifikate werden als Schuldverschreibungen emittiert und sind nicht durch gesetzliche oder freiwillige Einlagensicherungen geschützt. Sie sind außerdem mit Kosten (Ausgabeaufschlag, Provisionen) verbunden, die der Anleger am Ende nicht zurückerhält.

Wer sein Zertifikat bis zur Fälligkeit halten und nicht ständig auf aktuelle Marktentwicklungen reagieren möchte, profitiert mit Garantiezertifikaten vom Kapitalschutz. Am Laufzeitende erhält man unabhängig von der Kursentwicklung des Basiswertes den Nennwert seines Kapitals zurück. Sie eignen sich auch für unerfahrene Wertpapieranleger, die Renditechancen nutzen, aber nicht auf Sicherheit verzichten möchten. Der Anleger sollte auf den Emittenten, eine übersichtliche Konstruktion des Zertifikates, verständliche Bedingungen und bekannte Basiswerte achten.