Rohstoffzertifikat

Ein Rohstoffzertifikat gehört ebenso in das Portfolio eines gut sortierten Wertpapierdepots wie weitere Zertifikate auch, deren Wertentwicklung von anderen Basiswerten abhängig ist. Neben einem Rohstoff können zum Beispiel auch Aktien, Branchen, Indizes oder Währungen als Basiswerte für Zertifikate dienen. Durch ein Zertifikat hat der Anleger die Möglichkeit, nicht nur von steigenden Kursen des Basiswertes zu profitieren, sondern auch von fallenden Kursen. Sogar bei seitwärts tendierenden Kursen können mithilfe von Zertifikaten Gewinne erzielt werden. Somit bieten sich Zertifikate als eine vielseitige Anlageform an, für die ein Anleger aber auch ein gewisses Maß an Erfahrung mitbringen muss.

Bei einem Zertifikat handelt es sich um eine Schuldverschreibung, die in der Regel von einem Kreditinstitut herausgegeben wird. Im Gegensatz zu Aktien erhält der Inhaber eines Zertifikates kein Miteigentum an dem emittierenden Unternehmen und somit auch kein Mitspracherecht, wie es beispielsweise ein Aktionär erhält. Stattdessen profitiert der Anleger von der Wertentwicklung des zugrunde liegenden Basiswertes. Bei einem Rohstoffzertifikat kann es sich bei dem Basispreis zum Beispiel um Erdöl, um Erdgas, um ein Edelmetall wie beispielsweise Gold, Silber oder Platin, oder auch um Metalle wie Aluminium, Blei, Nickel, Kupfer, Zinn oder Zink handeln. Doch auch Agrarrohstoffe wie Reis, Mais, Weizen, Roggen, Hafer oder Hirse oder andere Lebensmittel wie Kartoffeln, Zuckerrüben oder Zuckerrohr können als Basiswerte für ein Rohstoffzertifikat dienen. Da es sich dabei teilweise um Grundnahrungsmittel handelt, gerät der Handel mit Rohstoffzertifikaten auch immer wieder in die Kritik, weil durch die Spekulationen der Anleger die Preise für bestimmte Nahrungsmittel in die Höhe getrieben werden können.

Da ein Rohstoffzertifikat von der zukünftigen Wertentwicklung eines Basispreises abhängig ist, gehört dieses Wertpapier in die Gruppe der Derivate. Derivate sind Finanztermingeschäfte, bei denen die Kursentwicklung von der Preisentwicklung des Basispreises in der Zukunft abhängig ist. Handelt es sich bei dem Basispreis um einen Rohstoff, kommt es bei der Gewinnung auf das Wetter, auf die politische Situation in der Abbauregion, auf die Beschaffenheit des Bodens, auf die Qualität des Saatgutes und auf viele andere Faktoren an. Weil vor allem bei Rohstoffen so viele unterschiedliche Faktoren den Preis bestimmen, die teilweise nicht vorhersehbar sind, ist ein Rohstoffzertifikat eine spekulativere Anlageform als zum Beispiel ein Aktienzertifikat.